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Stahl- und Aluminium-Gesenkschmieden – die richtige Lösung wählen

  • 22. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Gesenkschmieden ist eine flexible Technologie für hochbelastbare Bauteile in Klein- und Mittelserien. Sie eignet sich für Stahl und Aluminium, aber beide Werkstoffe verhalten sich unterschiedlich und passen zu unterschiedlichen Anwendungen.


Dieser Artikel erklärt die Grundlagen des Gesenkschmiedens und gibt praxisnahe Hinweise, wann Stahl- oder Aluminium-Schmiedeteile für dein Projekt die bessere Wahl sind.


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Ketten und Hebezeuge in einer industriellen Umgebung zeigen typische Einsatzbereiche des Gesenkschmiedens und die Kombination aus Festigkeit und Vielseitigkeit von Stahl und Aluminium.

1. Was ist Gesenkschmieden?

Beim Gesenkschmieden wird ein erhitzter Rohling zwischen zwei formgebende Gesenke gelegt. Unter hohem Druck füllt das Metall den Hohlraum und nimmt die gewünschte Geometrie an.

Typische Kennwerte einer modernen europäischen Schmiede:

  • Bauteilgewichte von 0,05 kg bis 7 kg

  • Schmieden von Stahl, Aluminium, Kupfer, Bronze und Titan

  • Toleranzen bis ±0,2 mm direkt nach dem Schmieden

  • Unterstützung von Werkzeugkonstruktion bis Zerspanung und Oberflächenbehandlung

Damit entsteht eine komplette Lösung für Kunden, die ein einbaufertiges Bauteil brauchen, nicht nur ein Rohschmiedeteil.

2. Stahlschmieden – wenn Festigkeit und Zähigkeit entscheidend sind

2.1 Prozess und Anlagen

Beim Stahlschmieden läuft der Prozess bei hohen Temperaturen:

  • Rohlinge werden auf 1150–1250 °C erwärmt

  • Ein CNC-gesteuerter Schmiedehammer mit 50 kJ Schlagenergie führt mehrere Schläge aus, bis das Gesenk gefüllt ist

  • Jeder Schlag wird für die Rückverfolgbarkeit digital erfasst

  • Typische Bauteilgewichte liegen bei 0,1–7 kg

Eine moderne Schmiede kann bis zu 800 Tonnen Stahl pro Jahr verarbeiten. Das bringt Flexibilität und Erfahrung mit vielen Geometrien.

2.2 Typische Stahlsorten

Häufig geschmiedete Stähle sind:

  • 42CrMo4 für hochbelastete Wellen, Hebel und Werkzeuge

  • 27MnCrB5-2 für landwirtschaftliche Messer und Verschleißteile

  • C45E für Strukturteile und allgemeine Maschinenelemente

  • AISI 304, 316, 420 für Edelstahl-Anwendungen

Speziallegierungen mit Titan- oder Nickelanteilen kommen zum Einsatz, wenn höhere Zähigkeit oder Verschleißfestigkeit gefordert ist.

2.3 Typische Einsatzfälle für Stahl-Schmiedeteile

Stahl ist die richtige Wahl, wenn:

  • Bauteile extremen mechanischen Lasten ausgesetzt sind

  • hohe Zähigkeit und Schlagfestigkeit erforderlich sind

  • Teile in abrasiver Umgebung arbeiten (Boden, Gestein, Werkzeuge)

  • Temperaturstabilität wichtig ist

  • Sicherheitsanforderungen streng sind (Hebeteile, Strukturverbindungen)

Beispiele:

  • Komponenten für Gabelstapler und Hebesysteme

  • Landmaschinen-Werkzeuge und Messer

  • Brücken- und Strukturverbinder

  • Gelenke, Wellen und Antriebsteile im Maschinenbau

3. Aluminiumschmieden – wenn Gewicht und Leitfähigkeit zählen

3.1 Prozess und Anlagen

Beim Aluminiumschmieden gelten andere Anlagen und engere Temperaturfenster:

  • Legierungen der Reihen 5xxx, 6xxx und 7xxx

  • Bauteilgewichte von 0,05 bis 6 kg

  • Schmieden auf einer CNC-Schraubpresse mit 1000 t

  • enge Kontrolle von Temperatur und Umformgeschwindigkeit, um Überhitzung zu vermeiden

Der Prozess ist sensibler als beim Stahlschmieden, benötigt aber etwa dreimal weniger Energie. Gleichzeitig reagiert Aluminium deutlich stärker auf Temperaturschwankungen, deshalb ist digitale Prozesskontrolle entscheidend.


Eine moderne Schmiede verarbeitet rund 200 Tonnen Aluminium pro Jahr. Das unterstützt kurze Lieferzeiten und stabile Qualität.

3.2 Typische Aluminiumlegierungen

Wichtige Legierungen für Schmiedeteile:

  • 6082 / 6061 (AlMgSi1): gute Festigkeit, gute Zerspanbarkeit, gute Korrosionsbeständigkeit

  • 7075 (AlZnMgCu1.5): hohe Festigkeit, wenn Stahl zu schwer wäre

  • AlMg3 und AlMg4.5Mn0.7 (5xxx-Serie): sehr gute Korrosionsbeständigkeit, besonders für Marine und Außenanwendungen

Bei richtiger Prozessführung erreichen Aluminium-Schmiedeteile 20–30 % höhere Festigkeit als vergleichbare Guss- oder Strangpressbauteile. Der Unterschied in der Zugfestigkeit zwischen gegossenem und geschmiedetem Aluminium kann bis zu 80 MPa betragen, was in sicherheitskritischen Anwendungen relevant ist.

3.3 Typische Einsatzfälle für Aluminium-Schmiedeteile

Geschmiedetes Aluminium ist sinnvoll, wenn:

  • geringes Gewicht und hohe Festigkeit gleichzeitig nötig sind

  • Korrosionsbeständigkeit wichtig ist

  • das Bauteil Wärme oder Strom gut leiten soll

  • das Produkt Teil von E-Mobilität oder leichten Strukturen ist

Beispiele:

  • Hochvolt-Verbinder und Energieteile

  • Komponenten für Elektromotoren

  • Halterungen und Montagesysteme im Bau

  • leichte mechanische Strukturen

  • Motorsport-, E-Motor- und E-Bike-Bauteile

4. Stahl oder Aluminium – ein einfacher Auswahlrahmen

Beim Vergleich von Stahl- und Aluminium-Gesenkschmieden helfen vier Fragen:

  1. Welche Lasten sind entscheidend?

    • sehr hohe statische und Stoßlasten → Stahl

    • mittlere Lasten mit strengen Gewichtsvorgaben → Aluminium

  2. Welche Umgebung liegt vor?

    • aggressiv, heiß, abrasiv → Stahl oder Edelstahl

    • Outdoor, maritim, korrosionskritisch → Aluminium 5xxx oder Edelstahl

  3. Wie wichtig ist Gewicht?

    • hoch (E-Mobilität, Sport, portable Systeme) → Aluminium

    • gering bis mittel → Stahl

  4. Wie sieht die Lebenszykluskosten-Rechnung aus?

    • Stahl-Werkzeuge und -Schmiedeteile sind in Kleinserien oft günstiger pro Stück

    • Aluminium senkt Transport-, Energie- und Betriebskosten über die Nutzungsdauer

In vielen Projekten ist die beste Lösung eine Kombination beider Werkstoffe in unterschiedlichen Bauteilen desselben Systems.

5. Design- und Dokumentationshinweise für Schmiedeteile

Damit Gesenkschmieden sein Potenzial ausspielt, helfen diese Punkte:

  • Lastfälle und Sicherheitsfaktoren früh festlegen

  • kritische Flächen und Toleranzen klar kennzeichnen

  • mögliche Gewichtsreduktion mit der Schmiede besprechen

  • Zerspanungszugaben anhand der Schmiedetoleranzen von ±0,2 mm planen

  • Wärmebehandlung und Oberflächenschutz einplanen (KTL, Verzinken, Eloxieren)

  • bei Bedarf Rückverfolgbarkeit und Messprotokolle anfordern

Eine Schmiede, die Werkzeugbau, Simulation, Wärmebehandlung, Zerspanung und Oberflächen unter einem Prozessmanagement anbietet, reduziert Koordinationsaufwand und Projektrisiken.

6. Fazit

Gesenkschmieden von Stahl und Aluminium ist ein starkes Werkzeug für moderne Konstruktion.

  • Stahl-Schmiedeteile übernehmen die anspruchsvollsten mechanischen und strukturellen Aufgaben

  • Aluminium-Schmiedeteile ermöglichen leichte, effiziente und korrosionsbeständige Komponenten

  • Beide Prozesse profitieren von CNC-Anlagen, digitaler Regelung und vollständiger Rückverfolgbarkeit

Wer die Unterschiede versteht, kann Werkstoff und Prozess so wählen, dass Leistung, Sicherheit und Kosten über die gesamte Laufzeit passen.

 
 
 

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Im Rahmen der Ausschreibung P2 erhielt das Unternehmen Fördermittel in Höhe von EUR 54.000,00 zur Umsetzung eines Projekts zur Entwicklung einer innovativen Dienstleistung: Hybrid-Tiefhohl-Schmieden (Klein- bis Mittelserien) von Stahl- und Aluminiumbauteilen. Damit wurde die Einführung des innovativen Unternehmens Extra Forge d.o.o. unterstützt. Im Projekt wurden die ersten Werkzeuge für Kunden gefertigt und die ersten Schmiedeteile an Kunden im Ausland geliefert. Während der Projektlaufzeit erhöhte das Unternehmen die Mitarbeiterzahl mithilfe von EU- und slowenischen Fördermitteln von 1 auf 13. Die Mittel wurden vor allem für die Entwicklung einer funktionsfähigen Lösung durch Forschung und Entwicklung sowie für den Start der Kommerzialisierung eingesetzt. Die Investition wird von der Republik Slowenien und der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. https://www.eu-skladi.si/

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