top of page

Smart Forge 4.0 – wie Industrie 4.0 und KI Schmiedequalität und Nachhaltigkeit verbessern

  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Industrie 4.0 verändert die Arbeitsweise von Fabriken. In der Schmiede verbindet sie traditionelles Metallhandwerk mit Sensorik, Daten und künstlicher Intelligenz. Dieser Artikel erklärt, was eine „smarte Schmiede“ ausmacht, wie Smart Forge 4.0 in der Praxis funktioniert und welche Vorteile Kunden durch digital gesteuerte Schmiedeprozesse erhalten.


Pogled od blizu na kovano jekleno orodje med postopkom kovanja
Schmieden der Zukunft: Smart Forge 4.0 verbindet klassisches Schmieden mit Sensoren und KI und verbessert Effizienz, Qualität und Kundennutzen.

1. Was Industrie 4.0 im Schmieden bedeutet

Industrie 4.0 steht für vernetzte, intelligente Produktion. Sie kombiniert:

  • IoT-Sensorik (Internet of Things) an Maschinen

  • Künstliche Intelligenz (KI) zur Prozessüberwachung und Regelung

  • Cloud-Computing und Datenanalyse

  • Echtzeitkommunikation zwischen Systemen

In der Schmiede heißt das: Jeder Schlag, jede Temperatur und jeder Energieimpuls kann überwacht, gespeichert und ausgewertet werden.

Der Begriff entstand in Deutschland um 2011. Heute ist Industrie 4.0 ein zentraler Baustein der europäischen Industriepolitik, mit starkem Fokus auf effiziente und nachhaltige Produktion.

2. Smart Forge 4.0 – von der klassischen Schmiede zur Smart Factory

Eine moderne Smart Factory vernetzt alle relevanten Maschinen und Prozesse in einem digitalen System. Im Smart-Forge-4.0-Konzept umfasst das typischerweise:

  • CNC-Schmiedehammer mit 50 kJ Schlagenergie

  • 1000-t-CNC-Schraubpresse für Aluminium-Schmiedeteile

  • Erwärmungsöfen mit digitaler Temperaturregelung

  • 3D-Messsysteme mit Keyence-Optik und KI-Auswertung

  • ERP- und MES-Systeme zur Auftrags- und Prozessverfolgung

Das Ergebnis ist ein „lebender“ digitaler Zwilling der Fertigung, bei dem jedes Schmiedeteil mit seinen Prozessdaten verknüpft ist.

3. Digitale Rückverfolgbarkeit – jeder Schlag ist dokumentiert

In einer smarten Schmiede bleibt nichts Relevantes ungemessen.

Kernelemente der digitalen Rückverfolgbarkeit:

  • Jeder Hammerschlag wird aufgezeichnet (Kraft, Anzahl der Schläge)

  • Temperaturverläufe während der Erwärmung werden je Charge gespeichert

  • Bauteilwege durch Wärmebehandlung, Zerspanung und Oberflächenbehandlung werden protokolliert

  • 3D-Messdaten werden dem jeweiligen Bauteil oder der Charge zugeordnet

Das ermöglicht:

  • 100 % Wiederholbarkeit definierter Prozessparameter

  • Klare Nachweise für Qualität und Konformität

  • Schnelle Ursachenanalyse bei Abweichungen

Für Branchen mit strengen Qualitätsanforderungen wie Energie, E-Mobilität oder Hebetechnik ist diese Dokumentation ein echter Vorteil.

4. KI und 3D-Scanning in der Prozesskontrolle

Smart Forge 4.0 nutzt KI und moderne Optik in Entwicklung und Serie.

Typische Anwendungen:

  • 3D-Scanning (Keyence) zur schnellen Vermessung geschmiedeter Teile

  • KI-basierter Vergleich der Messdaten mit CAD-Modellen

  • Automatische Erkennung von Abweichungen und Trends

  • Unterstützung bei Werkzeugoptimierung und Verschleißüberwachung

In der Praxis bedeutet das:

  • Werkzeugverschleiß wird erkannt, bevor er die Qualität beeinflusst

  • Prozessparameter lassen sich schneller anpassen

  • Entwicklungszeiten für neue Teile sinken

  • Ausschuss und Nacharbeit werden reduziert

5. Einfluss auf Lieferzeiten und Reaktionsgeschwindigkeit

Digitale Werkzeuge ändern, wie schnell eine Schmiede auf Kundenanforderungen reagieren kann.

Typische Leistungswerte in einer Smart-Forge-Umgebung:

  • Antwort auf technische Anfragen in unter 48 Stunden

  • Werkzeugfertigung in etwa 14 Tagen, in vielen Fällen branchenweit sehr schnell

  • Echtzeit-Überblick über Fertigungsstatus und Liefertermine

Weil Prozesse digital nachverfolgt werden, basiert die Planung auf Daten statt auf Schätzungen. Das verbessert Kommunikation und Verlässlichkeit.

6. Energieeffizienz und Umweltwirkung

Industrie 4.0 ist auch ein Werkzeug für Nachhaltigkeit.

Mit digitaler Überwachung und Optimierung kann eine Schmiede:

  • den Energiebedarf in Heizzyklen um rund 18 % senken

  • CO₂-Emissionen um etwa 25 % reduzieren, bei gleichbleibender Kapazität

  • Rohmaterial effizienter nutzen und Ausschuss verringern

  • den Umstieg auf 80 % oder mehr erneuerbaren Strom in einem definierten Zeitraum planen

Diese Maßnahmen unterstützen Umweltmanagement nach ISO 14001 und helfen Kunden, eigene Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

7. Was Kunden von einem smarten Schmiedepartner gewinnen

Für Einkauf, Konstruktion und Projektmanagement entstehen konkrete Vorteile:

  • Rückverfolgbarkeit: Jedes Teil ist mit Prozessdaten und Messprotokollen verknüpft

  • Stabile Qualität: KI und Sensorik erkennen Abweichungen früh, bevor sie den Kunden erreichen

  • Kürzere Lieferzeiten: Digitale Planung und schnelle Werkzeugentwicklung halten Projekte im Fluss

  • Geringeres Risiko: Transparente Prozesse und Dokumentation reduzieren technische und kaufmännische Risiken

  • Unterstützung in der Entwicklung: Simulation, 3D-Scanning und KI-Analyse optimieren Geometrie und Werkzeug

Damit wird die Schmiede vom reinen Lieferanten zum technischen Partner.

8. Schmiedelieferanten im Industrie-4.0-Zeitalter bewerten

Beim Vergleich von Schmiedepartnern sollten nicht nur Presskraft und Preis zählen. Sinnvolle Fragen sind:

  • Nutzen Sie CNC-gesteuerte Hämmer oder Pressen mit digitaler Prozessüberwachung?

  • Wie dokumentieren Sie Temperatur, Kräfte und Energieeintrag?

  • Liefern Sie 3D-Messberichte, die einer Charge oder Teilenummer zugeordnet sind?

  • Wie nutzen Sie KI oder Datenanalyse, um Prozesse dauerhaft zu verbessern?

  • Wie sind Ihre durchschnittlichen Antwortzeiten und Werkzeug-Lieferzeiten?

  • Wie weit sind Sie bei erneuerbarer Energie und ISO 14001?

Wer diese Fragen mit konkreten Systemen und Kennzahlen beantwortet, liefert meist verlässlicher über die Zeit.


9. Fazit

Industrie 4.0 und Smart Forge 4.0 sind keine Schlagworte. Sie beschreiben einen praktischen Ansatz für Schmieden mit mehr Daten, mehr Kontrolle und mehr Verantwortung.

Für Kunden bedeutet ein smarter Schmiedepartner:

  • Höhere Prozesstransparenz

  • Robustere und verlässlichere Bauteile

  • Kürzere Lieferzeiten und bessere Reaktionsfähigkeit

  • Kleineren CO₂-Fußabdruck, belegt durch Daten

Kurz gesagt: Digitales Schmieden senkt Risiken, verbessert Produkte und erfüllt die steigenden Anforderungen an Qualität und Nachhaltigkeit in der europäischen Industrie.

 
 
 

Kommentare


Industry 4.0 and process automation icon

EXTRA FORGE doo Perhavčeva Street 21, 2000 Maribor, Slovenia

386 (0)41 355 682

Die Investition wurde für eine Kofinanzierung im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung „Förderung der digitalen Transformation von KMU (P4D 2025)“ ausgewählt. Das Vorhaben heißt „Digitalisierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse von Extra Forge d.o.o.“ und fokussiert Industrie 4.0, den Ausbau digitaler Kompetenzen der Mitarbeitenden, Cybersicherheit, Kundenerlebnis, Datenstrategie und digitale Geschäftsmodelle. Ziel ist die digitale Transformation von Extra Forge d.o.o. durch die Neugestaltung der Website, den Aufbau eines Kundenportals, den Ausbau der Serverinfrastruktur, eine Softwarelösung für Einkauf und Lagerverwaltung, Backup-Software, Software für digitale Arbeitsaufträge, QR-Scanner für Lager und Produktion, Sensoren zur Datenerfassung aus der Produktion, einen 3D-Scanner für die Qualitätskontrolle, den Ausbau digitaler Kompetenzen der Mitarbeitenden und die Verbesserung der Cybersicherheit. Durch das Projekt optimiert Extra Forge d.o.o. seine Geschäfts- und Produktionsprozesse, steigert die Wertschöpfung pro Mitarbeitenden und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit. Die Projektlaufzeit ist vom 01. April 2025 bis 20. Februar 2026. Der Gesamtwert des Projekts beträgt EUR 227.982,00. Die EU-Kofinanzierung beträgt EUR 100.000,00. Die Investition wird von der Republik Slowenien und der Europäischen Union kofinanziert. https://evropskasredstva.si/

Slovenski podjetniški sklad - financing support logo

Im Rahmen der Ausschreibung P2 erhielt das Unternehmen Fördermittel in Höhe von EUR 54.000,00 zur Umsetzung eines Projekts zur Entwicklung einer innovativen Dienstleistung: Hybrid-Tiefhohl-Schmieden (Klein- bis Mittelserien) von Stahl- und Aluminiumbauteilen. Damit wurde die Einführung des innovativen Unternehmens Extra Forge d.o.o. unterstützt. Im Projekt wurden die ersten Werkzeuge für Kunden gefertigt und die ersten Schmiedeteile an Kunden im Ausland geliefert. Während der Projektlaufzeit erhöhte das Unternehmen die Mitarbeiterzahl mithilfe von EU- und slowenischen Fördermitteln von 1 auf 13. Die Mittel wurden vor allem für die Entwicklung einer funktionsfähigen Lösung durch Forschung und Entwicklung sowie für den Start der Kommerzialisierung eingesetzt. Die Investition wird von der Republik Slowenien und der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. https://www.eu-skladi.si/

Slovenski podjetniški sklad - financing support logo
Slovenski podjetniški sklad - financing support logo
Slovenski podjetniški sklad - financing support logo
bottom of page